Bei bestem Wetter erwarteten ca. 400 Interessierte am Samstagabend den Auftritt von Gregor Gysi.
Bevor der Genosse die Bühne erklomm, stellten sich die Bochumer KandidatInnen vor. Den Auftakt machten unsere Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen und Mitbewerberin Ingrid Remmers, die insbesondere die Verursacher der Finanzkrise in die Verantwortung nehmen und die immer weiter wachsende Kinderarmut bekämpfen wollen. Die SpitzenkandidatInnen für den Rat – Anna-Lena Orlowski, Ernst Lange, Bianca Schmolze und Uwe Vorberg - unterstrichen die Forderung nach einem sozialeren und demokratischeren Bochum. Sie wollen sich im Rat weiter für ein Sozialticket, kostenlose Bildung und mehr Bürgerbeteiligung einsetzen.
Für musikalische Unterhaltung sorgte Life P. mit seinen witzigen bis provokanten Texten.
Das absolute Highlight war schließlich der Auftritt von Gregor Gysi. Über eine Stunde konnte er das Publikum fesseln. Ohne vorgeben zu wollen, dass er sich mit den Problemen Bochums besonders gut auskenne, verdeutlichte er die Bedeutung der Kommunalpolitik und der Kommunalwahl am Sonntag. Kommunalpolitik ist die Verankerung und Erdung der LINKEN. Vor Ort wird entschieden, welche Kita, welches Schwimmbad geschlossen wird, ob es kostenlose Lernmaterialien oder ein Sozialticket gibt.
Doch er widmete sich nicht nur kommunalpolitischen Themen. Dabei verurteilte er den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr genauso wie die demütigenden Hartz-IV-Gesetze. Zum Ende der Kundgebung rief er das Publikum dazu auf, sich mehr zur Wehr zu setzen. Demokratische Mittel gebe es genug dafür.
Nachdem Gysi seine Rede geendet hatte, „stürmten“ die Anwesenden den Infostand der LINKEN. Die Rückmeldung eines Teilnehmers brachte die Stimmung auf den Punkt: „Der Gysi schafft es, viele schlimme Dinge beim Namen zu nennen und trotzdem hat man nachher keine schlechte Laune.“
Mit dieser Stimmung ziehen viele Mitglieder der LINKEN in die letzten Tage des Kommunalwahlkampfes.