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Pressemeldung

27. September 2011 Ratsfraktion

LINKE fordert echtes Sozialticket

Am Donnerstag entscheidet der Rat darüber, ob sich Bochum an dem
VRR-Pilotprojekt „Sozialticket“ bis Ende 2012 beteiligt. Ab dem 1.
November sollen ALG-II-BezieherInnen und andere finanziell schlecht
gestellte Personengruppen ein vergünstigtes Monats-Ticket für 29,90 €
für den innerstädtischen Verkehr erwerben können. „Wir begrüßen, dass
es einen Einstieg in ein Sozialticket gibt“, so Ernst Lange von der
Linksfraktion. „Doch der Preis ist deutlich zu hoch. Ein bezahlbares
Sozialticket, das seinen Namen auch verdient, darf nicht mehr als 15 €
kosten.“ Die Linksfraktion stellt dazu einen Änderungsantrag im Rat.

Der Posten für Mobilität im Hartz-IV-Regelsatz beträgt nur 22,78 €. Das
beinhaltet die gesamten Kosten für den Nah- und Fernverkehr, also auch
für Fahrten z.B. zur Oma nach Köln oder Berlin und weitere Kosten,
wie für Fahrradreparaturen, etc. Das Ticket ist nach Ansicht der
Linksfraktion nicht nur zu teuer, sondern es hat auch eine viel zu
geringe Reichweite. Mit der Begrenzung auf Preisstufe A ist nicht einmal
die Fahrt in eine Nachbargemeinde möglich.

„Wir halten es nicht für realistisch, dass Bochum kurzfristig von der
29,90 €-Variante abweicht“, erklärt Ernst Lange. „Doch wir möchten mit
unserem Antrag die Weichen dahin stellen, dass im VRR ernsthaft die
15-Euro-Variante vorbereitet wird.“ Die Linksfraktion schlägt deshalb
eine zweite Probephase ab 2013 vor. Das neue Ticket soll dann 15 €
kosten, für den gesamten VRR gelten, jederzeit kündbar sein und auch ein
preiswertes Vierer-Ticket soll angeboten werden.

Aus Sicht der Linksfraktion ist der hohe Preis des Tickets nicht nur
ein Problem für ALG-II-BezieherInnen, sondern der Preis gefährdet auch
den Erfolg. Je teurer das Ticket ist, desto weniger NeukundInnen wird es
geben und damit auch weniger zusätzliche Einnahmen. Während gleichzeitig
bisherige KundInnen auf das neue Ticket umsteigen und damit
Mindereinahmen verursachen. Ein Minusgeschäft. Erfahrungen aus Dortmund
haben hingegen gezeigt, dass deutliche Mehreinnahmen durch stark
steigende Kundenzahlen erreicht werden können, wenn das Ticket preiswert
ist.

„Bei aller Kritik begrüßen wir aber, dass sich nach langem Kampf der
Sozialticket-Initiativen und der LINKEN jetzt überhaupt was tut und das
Ticket auch für WohngeldempfängerInnen und Flüchtlinge gelten soll“,
räumt Lange ein. „Schließlich ist Mobilität in der heutigen
Gesellschaft eine der wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche
Teilhabe am Arbeitsmarkt, aber auch für die Teilnahme am sozialen und
kulturellen Leben in der Gesellschaft.“