Zurück zur Startseite

Pressemeldung

13. September 2011 Ratsfraktion

Minijobs wegen unzureichender Rente

Die Linksfraktion möchte wissen, wie viele RentnerInnen in Bochum auf einen Minijob
angewiesen sind und stellt dazu eine Anfrage im Rat. In den vergangenen Jahren ist
das Niveau der gesetzlichen Renten beständig abgesenkt worden. „NeurentnerInnen“
erhalten im Westen durchschnittlich 820 Euro, im Osten 800 Euro aus der gesetzlichen
Alterssicherung. Das sind Beträge, die deutlich unterhalb der Armutsrisikogrenze von
derzeit 929 Euro liegen. „Das Problem der Altersarmut nimmt weiter zu“, so der Vorsitzende
der Linksfraktion, Uwe Vorberg.
In diesem Kontext beantwortete die Bundesregierung auch eine Anfrage der LINKEN im
Bundestag. Demnach gingen im vergangenen Jahr rund 660.000 Menschen im Alter
zwischen 65 und 74 Jahren einem Minijob oder einer geringfügigen Beschäftigung nach.
400.000 Menschen über 65 Jahre erhalten nach Auskunft der Bundesregierung die
staatliche Grundsicherung im Alter. Ein Zuwachs von 55% im Vergleich zu 2003.
„Es ist schlimm, wenn immer mehr alte Menschen darauf angewiesen sind, auch im
Rentenalter noch zu arbeiten“, so Vorberg. „Wir wollen wissen, wie sich dieser Bundestrend
in Bochum niederschlägt.“ Dabei interessiert sich die Linksfraktion besonders dafür,
wie viele Frauen betroffen sind. Durch Familienzeiten und schlechte Bezahlung sind
sie von Altersarmut besonders stark betroffen.
„Wir werden hier in Bochum nicht am großen Rad der Rentenpolitik drehen, das wissen
wir“, erklärt Vorberg. „Aber wir können den Finger in die Wunde legen und auf das Problem
aufmerksam machen.“