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Pressemeldung

29. Juni 2011 Ratsfraktion

Den Schatz heben Interkulturelle Schulen: Modellversuche in Bochum

Interkulturelle Modellversuche in allen Schulstufen sollen Bochums
Schullandschaft bereichern. Dazu fordert DIE LINKE im Schulausschuss
erste Planungsschritte. Kernpunkt ihres Antrags ist die Förderung der
Mehrsprachigkeit von Migrantenkindern. Sie sollen nicht nur Deutsch als
Bildungssprache beherrschen, sondern auch in ihrer Muttersprache eine
hohe Kompetenz erreichen.

Bisher bleibt ihr Schulerfolg auch in Bochum hinter dem der Kinder mit
deutscher Muttersprache zurück. „Nicht weil sie weniger begabt wären
oder ihre Eltern desinteressiert“, erklärt Antragsteller Ralf Feldmann
von der Linksfraktion. „Der Schatz der zweiten Sprache, den sie
mitbringen, wird im Regelunterricht nicht gefördert. Das wollen wir
ändern. Andere Städte geben uns gute Beispiele.“

Solche Erfahrungen, so der Antrag der Linken, sollen zunächst in einem
„Workshop interkulturelle Schule“ zur Basisinformation von Eltern,
Lehrerinnen und Lehrern zunächst vorgestellt und diskutiert werden. Dies
soll mit einer Werbekampagne an den Schulen und einer Elternbefragung
zum Wunsch nach Förderung der Mehrsprachigkeit im Regelunterricht
verbunden werden. Ideal wäre es, wenn anschließend eine „Projektgruppe
Interkulturelle Schule“ ans Werk ginge: die Entwicklung eines
interkulturellen Förderkonzepts von der Grundschule bis zum Abitur. Und
wenn dabei viele Menschen mit eigener Migrationsgeschichte ihre
Erfahrungen einbrächten.

„Interkulturelle Schulen“, so Ralf Feldmann, „können nicht von oben
verordnet werden, sondern müssen von unten wachsen. Das Projekt fordert
Lehrerinnen und Lehrer mit eigener Migrationserfahrung besonders heraus.
Bilinguale Schulen mit einer verbreiteten Migrantensprache als
Zweitsprache wären ein anspruchsvolles Ziel. Modelle mit Englisch und
Französisch gibt es an Bochumer Sekundarschulen bereits. Warum sollte
uns dies nicht bald auch mit Türkisch gelingen? Köln zum Beispiel hat
deutsch/türkisch-bilinguale Grundschulen, die auch von Kindern mit
deutscher Muttersprache besucht werden. In ersten Schritten könnte
zunächst der muttersprachliche Ergänzungsunterricht in Grundschulen
zu einem in den normalen Unterricht integrierten Sprachunterricht
weiterentwickelt werden. Daran anschließend sollten sich Sekundarschulen
finden, die dieses Angebot bruchlos in ihrem Regelunterricht fortsetzen.
Und in der Sekundarstufe 2 zum Abitur muss ein anspruchsvolles
bildungssprachliches Niveau in der Muttersprache erreichbar sein."

DIE LINKE sieht sich dabei im Einklang mit der
Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen, sie
fordert interkulturelle Schulen als Antwort auf die migrationsbedingte
Vielfalt unserer Gesellschaft.