25. August 2011

Konzerne vs. Belegschaft II

Christian Leye „Die von Opel ausgesprochenen 89 Kündigungen im Opelwerk Bochum sind unsozial, überhaupt nicht nachvollziehbar und verstoßen gegen bestehende Vereinbarungen. Aufgrund der guten Auftragslage sind für die nächsten Wochenenden Sonderschichten und Mehrbelastungen für die Beschäftigen bei Opel Bochum geplant und laut Presseberichten plant Opelchef Stracke eine verstärkte Export-Produktion für die Märkte in der Türkei und Russland.

Offensichtlich ist also genug Arbeit bei Opel vorhanden, sowohl heute als auch perspektivisch für die Zukunft. Wenn Opel wollen würde, könnte die Arbeit sozial verteilt werden. Tatsächlich bestehen Vereinbarungen, dass vor betriebsbedingten Kündigungen Lösungen über eine geänderte Arbeitszeit oder Kurzarbeit gesucht werden. Opel hat sich nicht an diese Abmachungen gehalten, die Geschäftsleitung hat stattdessen erklärt, dass Kündigungen der billigere Weg für das Unternehmen ist. Dabei ist es Opel offensichtlich egal, dass viele der Betroffenen in Bochum berufstätige LebenspartnerInnen, schulpflichtige Kinder oder pflegebedürftige Angehörige haben. Diese Menschen können weder auf ihren Arbeitsplatz verzichten noch einfach in das 250 Kilometer entfernte Rüsselsheimer Werk wechseln“ so Christian Leye, Sprecher DIE LINKE.Bochum zu den 89 Kündigungsschreiben an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Opel Bochum.

Leye weiter: „Gleichzeitig setzt Opel verstärkt auf Leiharbeit statt auf den Arbeitsplatzerhalt bei Festangestellten. So sind im Rüsselsheimer Opelwerk über 1000 und im Opelwerk Gliwice nochmal knapp 1000 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter eingesetzt, 200 weitere Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter werden gerade für die Produktion in Eisenach gesucht. Wäre das von uns geforderte Verbot der Leiharbeit bereits durchgesetzt, würde Opel erst gar nicht darüber nachdenken, mit schnell kündbaren und oftmals schlechter bezahlten Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern Autos zu bauen. Die Personalpolitik von Opel zeigt vor allem eines: auf Kosten der ökonomischen Existenz der Beschäftigten soll wieder einmal der Profit maximiert werden, alles andere ist dem Unternehmen offensichtlich egal. Betriebsbedingte Kündigungen bei Opel müssen unbedingt verhindert werden. Ich fordere Opel auf, die Kündigungen umgehend zurück zu ziehen und alles daran zu setzen, die Arbeitsplätze beim Bochumer Opelwerk zu erhalten.