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Bochum solidarisch: Für alle, die hier leben.

Ausgrenzung überwinden. NAZIS RAUS AUS DEN KÖPFEN.

Die NPD mobilisiert in ihrer Kampagne “Ausländer-Stopp-NRW“ für einen ausländerfeindlichen Hetzzug am 25. Oktober in Bochum “gegen Überfremdung Islamisierung und Ausländerkriminalität“. DIE LINKE. Bochum ruft die Bochumer Bürgerinnen und Bürger auf, sich an diesem Tag in einem breiten demokratischen Bündnis gegen die geschichtsvergessenen Wiedergänger der Naziverbrecher zu versammeln: Gegen Ausgrenzung und für eine solidarische Stadt, gemeinsam für alle, die hier leben.

Kriminell, verfassungsfeindlich und menschenverachtend sind die, die aus ihrer Hasszentrale in Wattenscheid auch diese widerliche Demonstration organisieren. Ihrer rassistischen, antisemitischen, antiislamischen und ausländerfeindlichen Hetze fielen seit 1990 mindestens 150 Menschen zum Opfer, vor allem Migrantinnen und Migranten, aber auch politische Gegner, Obdachlose und Behinderte. Massive Körperverletzungen aus neonazistischer Gesinnung gehören in Teilen unseres Landes zum normalen Alltag. Tausendfach zeigen Plakate – auch wieder in dieser Kampagne - die Vertreibung muslimischer Frauen mit der doppeldeutig zynischen Parole “Gute Heimreise“.

Die Mitte unserer Gesellschaft ist gegen neofaschistische Parolen nicht immun. “Pro“- Bürgerbewegungen versuchen, rechtskonservative, rechtsextreme und neofaschistische Gruppierungen zu bündeln, um im nächsten Jahr gemeinsam in die Rathäuser zu ziehen. “Pro“-NRW hat inzwischen Ableger in vielen Städten. Unter dem Deckmantel, für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger einzutreten, entfalten sie eine Fülle von ausgrenzenden rassistischen, ausländerfeindlichen, meist antiislamischen Vorurteilen, häufig verbunden mit massiven Angriffen auf die Religionsfreiheit ihrer muslimischen Nachbarn.
Die Abwehr aller Erscheinungsformen des Nazismus gehört für uns in Bochum zum Kern unserer demokratischen Identität. Mit gleicher Entschiedenheit treten wir allen Versuchen entgegen, rassistische, antisemitische, antiislamische und fremdenfeindliche Ressentiments aus der Braunzone zwischen Rechtskonservatismus und Rechtsextremismus heraus in der Mitte der Gesellschaft salonfähig zu machen.

Wir in Bochum wollen friedlich miteinander leben in gegenseitigem Respekt vor der gleichen Würde der anderen: Deutsche und Ausländer, Mehrheiten und Minderheiten, Weiße und Farbige, Christen, Muslime, Juden, Atheisten, was immer freie Menschen hier glauben oder nicht. Vorbehalte und begreifbare Ängste vor dem Anderssein lösen wir nicht, indem wir die uns Fremden, weil sie anders sind, der Verachtung preisgeben, sondern indem wir aufeinander zugehen und uns kennen lernen. Keinesfalls lassen wir zu, dass AusländerInen und MigrantenInnen für die Übel unserer Gesellschaft zu Sündenböcken abgestempelt und mit völkisch-rassistischer Infamie ausgegrenzt werden. Ausgrenzung in einer in Arm und Reich gespaltenen Gesellschaft ist ein wachsendes Verhängnis auch für unsere Stadt. Wenn höchster Profit als das Maß aller menschlichen Dinge vergöttert wird, werden immer mehr Menschen in Armut hinausgestoßen: das trifft hier Geborene ebenso wie Migrantinnen und Migranten. Deshalb wehren wir uns gemeinsam. Wir wollen die wachsende Kluft in unserer Gesellschaft überwinden: Für soziale Gerechtigkeit ohne Ausgrenzung! Für gleiche soziale und kulturelle Teilhabe aller Menschen in unserer Stadt! Für ein solidarisches Bochum!

Beschlossen auf der Mitgliederversammlung DIE LINKE Bochum am 25.9.2008

Die Kundgebung gegen die Nazis findet am 25. Oktober ab 10.30 Uhr auf dem Dr.-Ruer-Platz statt.