Polizeieinsatz wirft Fragen zum Einsatzkonzept auf

Die Linke Bochum zeigt sich bestürzt über den Polizeieinsatz in der Nacht zum Montag, bei dem ein 12-jähriges gehörloses Mädchen durch Schüsse lebensgefährlich verletzt wurde und fordert eine umfassende Aufklärung.

Dazu Ratsmitglied Elias Bala und designiertes Mitglied im Polizeibeirat:

Kein Kind darf von der Polizei in Lebensgefahr gebracht werden, insbesondere wenn es aufgrund seiner Behinderung nicht hören kann und besonders schützenswert ist. Dieser Vorfall wirft Fragen zum Vorgehen, zur Ausbildung und zur Einsatzstrategie der Polizei in NRW auf. Wir fordern eine unabhängige Untersuchung außerhalb der Polizeistrukturen und werden im nächsten Polizeibeirat nachfragen, wie die Einsatzkonzepte mit Blick auf den Umgang mit Minderjährigen und Menschen mit Behinderungen verbessert werden können.

Die Polizei war gerufen worden, um das aus einer Betreuungseinrichtung geflohene Mädchen zu schützen und zurückzubringen. Weil sich laut Darstellung der Polizei das Mädchen mit zwei Messern in der Hand auf die Polizisten zubewegt haben soll, setzten die Polizisten Taser und Schusswaffe gegen das Kind ein. Dazu der Ko-Sprecher des Kreisverbands Bernhard Koolen abschließend:

Warum steht für solche Situationen kein/e Gebärdensprachdolmetscher/in zur Verfügung? Warum wurde eine Schusswaffe eingesetzt, obwohl doch die Einführung der Taser von der Landesregierung gerade damit begründet worden ist, diese würden den Schusswaffengebrauch verringern? Dieses Konzept muss ebenfalls überprüft werden, zumal Taser für Menschen mit Vorerkrankungen auch tödlich sein können. Wir schulden diesem Mädchen und seiner Familie nicht nur Transparenz, sondern Veränderungen in der Polizeipraxis, bei der es offenkundig strukturelle Probleme gibt.