Radwegeausbau statt Beschilderung: Die Bochumer Linke nimmt Stellung zum Thema Fahrradstraßen in Bochum
In den vergangenen Monaten wurden verschiedene neue Fahrradstraßen in den Ratsgremien beschlossen. Erst Mitte Mai hat die Bezirksvertretung Südwest 69.000 Euro für Markierungen, Bodenpiktogramme und neue Schilder an der Donnerbecke bewilligt. Laut Verwaltung soll dadurch die Sichtbarkeit des Radverkehrs erhöht und die Akzeptanz von Fahrradstraßen gesteigert werden.
„Grundsätzlich begrüßen wir Maßnahmen, die den Radverkehr stärken“, erklärt Wiebke Köllner, Oberbürgermeisterkandidatin der Bochumer Linken. „Allerdings fragen wir uns, ob mit dieser Investition an der richtigen Stelle angesetzt wird. Das Bündnis Radwende Bochum zweifelt daran, ob solche Straßen wirklich geeignet sind, um mehr Menschen aufs Rad zu bringen. Diese Zweifel müssen unbedingt ernst genommen werden.“
Das Bündnis Radwende bemängelt schon lange, dass in Bochum Fahrradstraßen oft dort eingerichtet würden, wo ohnehin wenig Autoverkehr herrscht und bereits Tempo 30 gilt. Die Wirksamkeit solcher Maßnahmen sei begrenzt, wenn sie nicht Teil eines größeren verkehrspolitischen Konzepts seien. „Ohne ein solches Konzept bleibt die Schilderflut eine durchschaubare Marketingmaßnahme, die Aktivität vortäuschen soll, anstatt den Radverkehr in Bochum wirklich zu verbessern,” so Köllner weiter.
„Wir sehen mit Sorge, dass erhebliche Mittel für Markierungen auf bereits verkehrsberuhigten Strecken verwendet werden, während an tatsächlichen Gefahrenstellen wenig passiert. Fahrradstraßen dürfen keine Symbolpolitik bleiben, sondern müssen mit zusammenhängender Infrastruktur, sicheren Übergängen und gutem Fahrbahnbelag einhergehen”, ergänzt Wiebke Köllner.
Die Bochumer Linke fordert daher, die Mittel für den Radverkehr gezielter einzusetzen: „Es braucht ein stadtweites, durchgängiges Radwegenetz, das die Bedürfnisse der Radfahrenden in den Mittelpunkt stellt“, erläutert Köllner. „Wir wollen ein Bochum, in dem Menschen sicher und komfortabel mit dem Rad unterwegs sein können, nicht nur auf Nebenstrecken, sondern überall in der Stadt.“
